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Die Must-haves 2022: Welche Trends den Onlinehändler in diesem Jahr beeinflussen

Sebastian Ehrke
19.01.2022 | 4 min

Abo Commerce

Planbare Einnahmen erhöhen finanziellen Spielraum 

Diesen Trend kennen wir schon aus den vergangenen Jahren – und er wird uns auch 2022 begleiten. Schließlich trägt er dazu bei, dass Investoren oder die Börsen ein Geschäftsmodell als besonders aussichtsreich bewerten. Die Rede ist vom Abo Commerce: Sind Abonnements im Angebot, sodass Kunden regelmäßig Produkte beziehen oder Dienstleistungen nutzen können, profitieren die Händler von planbaren Einnahmen und Rückflüssen. Zudem stärkt das Abo-Modell die Kundenbindung – in Zeiten steigender Customer Acquisition Costs ist das besonders wertvoll.

Und wie lässt sich sogar noch mehr aus dieser Entwicklung herausholen? Nutzen Sie eine Lösung für Recurring Payments. So können Sie den Aufwand in der Abwicklung geringhalten. Denken Sie zudem darüber nach, günstigere Zahlarten als die Kreditkarte einzuführen – zum Beispiel die Monatsabrechnung. Sie lohnt sich gerade bei einer Vielzahl an Micropayments. Über einen entsprechenden Payment Service Provider ist das auch als gesicherte Option möglich. Mit einer Factoring-Lösung für abgeschlossene Abonnements und daraus resultierenden regelmäßigen Forderungsbeträgen lässt sich sogar die Liquidität und damit der finanzielle Spielraum für Ihr Business erhöhen.

Quick Commerce

Trend schwappt vom Food-Bereich in andere Branchen über

In Metropolen wie Hamburg, Berlin oder München ist inzwischen die Lieferung von Produkten in 10 Minuten problemlos möglich. Diese Schnelligkeit befeuert nicht nur den Trend, sondern verleiht dem Quick Commerce auch gleichzeitig seinen Namen. Aus dem Food-Bereich kommend – mit Anbietern wie Gorillas, Flink und Getir – schwappt der Quick Commerce nun auch auf andere Branchen wie Pharma oder Beauty über. Gespannt sollten wir vor allem darauf sein, wie Discounter wie Lidl oder Aldi sich in diesem Bereich aufstellen werden. Mit dem Angebot von günstigen Produkten in einer breiten Palette und ihrer ausgedehnten Infrastruktur könnten sie den Markt komplett aufwirbeln.

Und was sollten Händler beachten, die sich in diesem Marktsegment positionieren möchten? Breites Sortiment, cleveres Lager-, Logistik- und Lieferkonzept, nahtlose Finanzprozesse – das sind die Erfolgsfaktoren im Quick Commerce. Im Hintergrund stärkt ihnen ein Order-to-Cash-System den Rücken, das dank automatisierter Prozessschritte mitwächst. Clever ist auch, eine monatliche Abrechnungsmöglichkeit für die gesammelten kleinen Bestellbeträge anzubieten. Diese Lösung für Micropayments ist nicht nur kundenfreundlich, sondern spart den Händlern im Vergleich etwa zur Kreditkarte auch noch Gebühren.

Live Shopping

Live-Shopping ermöglicht digitalen Impulskauf

Weil es das Point-of-Sale-Erlebnis in den digitalen Raum verlagert, ist das Live Shopping ebenfalls ein angesagter Einkaufstrend im Jahr 2022. Viele Menschen haben sich während der Pandemie zwar an das Online Shopping gewöhnt– trotzdem fehlt ihnen die Beratung vor Ort. Hier setzt das Live Shopping an: Es kombiniert die Plattformen der sozialen Medien mit einem entspannten Schaufensterbummel samt Impulskauf. Neu ist auch das Visual Shopping: Auf der Video-Shopping-App Jooli können zum Beispiel Direct-to-Consumer-Marken, Hersteller, aber auch Unternehmen aus der Hotel- und Gastronomie-Branche kurze Videos einstellen.

Onlinehändler, die sich in diesem Segment besser aufstellen wollen, sollten den Impulskauf-Gedanken bis zum Ende spielen. Was das bedeutet? Es gilt, auf eine nahtlose technische Infrastruktur zu achten und ein rundum durchdachtes Einkaufserlebnis zu bieten. Der Live-Auftritt und das Setup sollten zum Produktangebot passen und seamless in den Check-out übergehen. Dieser ist am besten als Quick Check-out gestaltet – mit der Möglichkeit, ohne Registrierung als Gast zu bestellen.

Voice Commerce

Convenience verbessert Kauferlebnis

Den gewohnten eCommerce-Prozess anstoßen, aber mit einem äußerst bequemen Medium als Einstieg: Das bietet der Voice Commerce. Inzwischen besitzt jeder vierte Deutsche mindestens einen Smartspeaker – bei den über 55-jährigen immerhin gut jeder Fünfte und in der Altersgruppe bis 34 Jahre jeder Dritte. Konsumenten können so schnell und einfach eine Bestellung auslösen. Weil der Vorgang Aufwand und Zeit spart, dürfte der Trend gerade ältere Menschen in zunehmendem Maße ansprechen.

Für Onlinehändler ist Voice Commerce ein Kanal zur Ansprache weiterer Kundengruppen. Zudem wird gezieltes Suchen ermöglicht, was Kaufabbrüche reduziert. Wer sich diesen Kanal erschließen möchte, sollte die Nutzung größerer bestehender Plattformen gut überdenken – und Vor- und Nachteile sinnvoll abwägen. Überwiegen die Chancen, lassen sich die eigenen Produkte für den Voice Commerce ganz einfach listen.

Personalisierbare Produkte

Individualität auf dem Vormarsch

Zu den potenzialstarken Trends im Jahr 2022 gehören auch anpassbare und personalisierbare Produkte. Individualisierung gibt es schon länger. Wer kennt es nicht, Buttons wie „Das könnte Ihnen auch gefallen“, die unter Produkten angezeigt werden und so auf die User-Historie zugeschnittene Produktvorschläge ermöglichen. Immer mehr E-Com Händler setzen auf Personalisierung. Von personalisierten Produktbeschreibungen über personalisierte Werbeanzeigen und Inhalten bis hin zu personalisierbaren Produkten. Weil die Produktpersonalisierung auch für Onlinehändler Vorteile wie höhere Gewinnspannen, weniger Retouren und zufriedenere Kunden bietet, begegnet sie uns inzwischen immer öfter. 

Personalisierbare Produkte erfordern umso mehr reibungslose Finanzprozesse: Für Händler steigen die Anforderungen an das Zahlartenangebot für Kunden. Wichtig ist, sichere Payments zu verwenden und zu verdeutlichen, dass eine Retoure mit Refund bei personalisierten Produkten nicht ganz so einfach möglich ist. Schuhe, die einen fremden Namen tragen, möchte schließlich kein anderer Kunde kaufen. Auch die Logistikprozesse sollten Sie im Blick haben – die Personalisierung mag zwar etwas länger dauern, der Kunde hat aber dennoch das Bedürfnis, sein Produkt so schnell wie möglich zu erhalten.

Ich werde 2022 die Must-haves im Consumption-Bereich auf jeden Fall beobachten und die ein oder andere Entwicklung genauer unter die Lupe nehmen. Es bleibt also spannend – stay tuned!

Lassen Sie uns sprechen!
Sebastian Ehrke
Director Ecosystem Growth

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