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Apple Pay und Google Pay: Müssen wir uns warm anziehen?

Jan Florian Richard
13.11.2019 | 3 minutes
Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone

Wie das Geld ins Handy kommt

Einfach das Smartphone oder die Smartwatch an das Bezahlterminal im Supermarkt halten, die Zahlung per Klick bestätigen und schon ist der Vorgang beendet. Mobile Payment bietet eindeutige Vorteile, verglichen mit der umständlichen Suche nach Bargeld. Trotzdem bewegen sich die Marktanteile mobiler Bezahlverfahren noch immer auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Studien zeigen, dass diese Feststellung nicht nur für Deutschland gilt, auch beispielsweise in den USA sieht es nicht viel anders aus. Deutlich weiter sind viele Asiaten, vor allem in Indien und China nutzen weitaus mehr Menschen ihr Smartphone für Geldtransfers. Hoffnungen auf eine Veränderung hierzulande werden mit dem Markteintritt von Google und Apple auf den Mobile-Payment-Markt verknüpft. Gelegenheit für mich, die Mobile-Payment-Landschaft genauer unter die Lupe zu nehmen.

Mobile Wallets

In der Regel erfolgen die Geldtransfers in Smartphone oder Smartwatch über sogenannte Mobile Wallets. In diese mobilen Geldbörsen lassen sich verschiedene digitale Zahlarten oder ein Guthaben hinterlegen, ebenso ermöglichen sie andere Anwendungen. Dazu gehören Funktionen wie die Authentifizierung des Inhabers, aber auch Coupouning und Loyalty-Programme oder Ticketing. Die Kommunikation von Endgerät und POS erfolgt über NFC, das mobile Datennetz oder Bluetooth. Für diese neue Technologie spricht vor allem ihre positive Nutzererfahrung. So gestattet sie medienbruchlose Geldtransfers und bietet gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards. Digitale Wallets integrieren den Bezahlvorgang in Lifestyle und tägliche Routinen der Verbraucher, zudem beschleunigen sie den Check-out am POS. Aufgrund der Nutzerfreundlichkeit existieren bereits zahlreiche Lösungen, wichtigste Anbieter bisher sind die Sparkassen und Volksbanken, ebenso Payback Pay, Postbank, Deutsche Bank und weitere Anbieter.

Apple und Google Pay

Große Erwartungen sind mit dem Markteintritt von Apple und Google verbunden. Beide Konzerne bieten ähnliche Lösungen, die auf dem Mobile-Wallet-Prinzip beruhen und die Bezahlung per NFC ermöglichen. Der Nutzer muss jeweils die Kredit- oder Debitkarte eines Bezahlpartners mit seinem Apple- oder Google-Konto verknüpfen, über die der Bezahlvorgang abgewickelt wird. Am POS genügt es dann, das Gerät an das Bezahlterminal zu halten und den kontaktlosen Bezahlvorgang damit auszulösen. Anders als Google unterbindet Apple fremden Anbietern den Zugriff auf den eingebauten NFC-Chip und iPhone- oder iWatch-Nutzer können nur Apple Pay nutzen. Android-Geräte erlauben dagegen auch die Installation fremder Mobile-Payment-Apps. Zu klären ist im Einzelfall noch, ob das jeweilige Gerät geeignet ist. Denn manchen älteren iPhones und preisgünstigen Androiden fehlen die technischen Voraussetzungen für die Apps.

Soweit zur Nutzerseite. Doch auch E-Commerce-Unternehmen müssen einige Punkte beachten, bevor sie eine oder beide Zahlarten anbieten. Zunächst einmal verlangen weder Apple noch Google den Abschluss eines separaten Vertrags für die Nutzung ihrer Payment-Apps. Erforderlich sind jedoch Developer- oder Händler-Accounts, die jeweiligen Richtlinien für Nutzung müssen akzeptiert werden. Selbstverständlich braucht es in jedem Fall eine Shopsoftware, die die Einbindung der Zahlarten unterstützt und ebenso benötigen Händler den richtigen Bezahldienstleister. Denn sowohl Apple als auch Google arbeiten nicht mit jedem Payment Service Provider und Aquirer zusammen.

Fazit für E-Commerce-Unternehmen: 

Klären Sie zunächst die technischen Voraussetzungen Ihrer Systeme und checken Sie zudem Ihren Bezahlpartner, nicht immer gestaltet sich die Einführung von Google Pay und Apple Pay ganz problemlos.

Potenziale nutzen

Doch egal, wie Ihre Softwarelandschaft aussieht und wie sich Ihre Strategie gestaltet, Mobile Payment bietet vielfältige Potenziale für den stationären Handel und den E-Commerce gleichermaßen. Schon alleine die positive Nutzererfahrung dürfte meiner Ansicht nach dafür sorgen, dass das Bezahlen mit Smartphone einen relevanten Marktanteil erobern wird.

Auch die großen Vorteile für Handel und Banken – schließlich erfordert der Umgang mit Bargeld viele Ressourcen – erzeugen einen gewissen Druck in diese Richtung. Deshalb lautet mein Tipp ganz eindeutig: Sie als Händler können die Attraktivität Ihres Shops mit Mobile-Payment-Angeboten stärken, weil viele Verbraucher das einfache Shopping- und Bezahlerlebnis schätzen.

 

Meet our Payment Expert
Jan Florian Richard
Director Strategic Partnerships Arvato Financial Solutions Germany

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