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Schon ausverkauft? Wie Bots im eCommerce limitierte Sales ausbremsen und was Sie dagegen tun können

Felix Martin Siepmann
17.06.2020 | 3 minutes
limitierte Angebote wie beispielsweise Sneaker

Einsatz automatisierter Programme (Bots)

Sneaker der Schuhmarke „Yeezy“ oder Modeartikel der Marke „Supreme“ nutzen das oben genannte Prinzip von Angebot und Nachfrage erfolgreich: Die Artikel werden nur an bestimmten Standorten, zu einer bestimmten Uhrzeit und in einer limitierten Anzahl verkauft. Mit Erfolg! Nach nur wenigen Sekunden sind oben genannte Markenstücke komplett vergriffen. Ähnliche Angebote gibt es auch online. Und neben Fans der Marken schlagen hier auch die Wiederverkäufer zu. Dazu setzen sie immer mehr automatisierte Programme (Bots) ein, die zum Beispiel helfen, sich nach Verkaufsstart binnen Sekunden die begehrten Artikel zu sichern.

Bots schädigen die Kundenzufriedenheit

Das massenhafte Nutzen dieser Bots führt zusätzlich zu einer schlechten Performance der Shopseiten, da innerhalb kurzer Zeit eine Unmenge an Bestellanfragen gesendet werden. Die echten und kaufbereiten Fans stehen vor leeren Warenkörben. Auch wenn der Onlineshop in kurzer Zeit leer gekauft ist: Einem Unternehmen ist es im Sinne der Markenloyalität wichtig, dass limitierte Produkte in die Hände echter Kunden und Fans gelangen. Um das Konzept des limitierten Drops weiterhin erfolgreich durchzuführen ist es daher essentiell, Zugriffe durch Bots zu verhindern. Welche Arten von Bots zum Einsatz kommen und wie Sie diese erkennen, habe ich im Folgendem zusammengefasst.

Welche Arten von Bots gibt es?

Zum-Warenkorb-hinzufügen Bots

Zum-Warenkorb-hinzufügen Bots

Fügen Artikel in der gewünschten Ausprägung dem Warenkorb hinzu

Benachrichtigungs-Bot

Benachrichtigungs-Bot

Informieren über Angebote und Verfügbarkeit von Artikeln

Ticket-Bots

Ticket-Bots

Ziehen online mehrere Lose bzw. Tickets

Kaufende Bots

Kaufende Bots

Erledigen kompletten Kaufvorgang für den Benutzer

Betrugsprävention und Schutzmaßnahmen – der Weg zum Erfolg

Mittels verschiedener technischer Analysen können Bots erkannt und an unterschiedlichen Stellen des Bestellprozesses blockiert werden.

Verhaltensmuster-Analyse

Bei dieser Maßnahme wird das Verhalten des Benutzers auf der Website auf verdächtige Aktivitäten analysiert. Ein normaler Nutzer klickt sich durch das Sortiment und weiß noch nicht genau was er kaufen möchte, Bots agieren jedoch präzise und zielgerichtet, was sie identifizierbar macht

Geschwindigkeits-Analyse

Die Geschwindigkeit, mit der sich Bots verbinden und Seiten anfordern, ist um ein Vielfaches schneller als der Mensch es umsetzen kann

User-Agent Header-Analyse

Viele Bots benutzen ähnliche User-Agent-Header. Hier lohnt ein Abgleich mit bekannten oder bereits als auffällig gekennzeichneten Signaturen, um Bestellanfragen zu legitimieren

IP-Adressen-Analyse

IP-Adressen werden mit denen aus bekannten Botnets vergleichen und entweder blockiert oder zugelassen

Langzeitanalyse

Das Verhalten einiger Bots kann zum Beispiel anhand von Verbindungsanfragen, ihres Verhaltens und ihrer Aktivitätszeit kategorisiert werden. Ein Beispiel: Wenn bestimmte Verbindungen zu bestimmten Tageszeiten hergestellt werden und sie jedes Mal nur die gleichen Webseiten besuchen, können diese IP-Adressen als Bots diagnostiziert werden

Browser-Analyse

JavaScript-Programme können anfordernde Systeme dazu zwingen, mathematische Probleme zu lösen, um so festzustellen ob es sich um einen normalen Browser oder einen Bot handelt. Ein Browser kann Antworten liefern – Bots sind mit minimalen Funktionen ausgestattet und können nicht auf derartige Anfragen reagieren

Anomalie-Analyse

Anfragen können auf Wort-Reihenfolge, Tippfehler, Format, doppelte Leerzeichen und andere Macken überprüft werden, die nur in einem bestimmten Bot-Netzwerk vorkommen

Ein großer Anteil der Bot-Bestellungen kann so verhindert werden. Ein gewisser „Grauzonen-Bereich“ umfasst zirka 10 % aller Bestellungen und lässt sich schwer zuordnen. Hier setzen wir für unsere Kunden im Case Management manuelle Bestellüberprüfungen ein

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Felix Martin Siepmann
Head of Operations Accounting & Collection Germany