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„Ich bin stolz darauf, wer ich bin“

Tamara Schwenk
11.10.2021 | 3 minutes

Heute ist der internationale Coming Out Day. Wie wichtig ist ein solcher Tag für Dich?

Daniela:

Dieser Tag hat bedeutet mir sehr viel. Denn er zeigt mir sowie vielen anderen, dass wir uns als Mitglieder der LGTBIQ+-Community in keinem Bereich unseres Lebens verstecken müssen. Da gehört natürlich auch die Arbeit dazu. Seit ich im Jahr 2014 bei Intervalor angefangen habe, bin ich immer sehr offen mit meiner Sexualität umgegangen. Es ist schließlich nichts, was ich verheimlichen möchte. Meine Sexualität ist vielmehr ein Bestandteil meiner Persönlichkeit. Meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich von Anfang an mitgeteilt, dass ich lesbisch bin. Denn ich bin stolz darauf, wer ich bin und möchte das auch offen mit anderen teilen. Natürlich geht es nicht allen aus der LGTBIQ+ Community so wie mir. Deshalb finde ich einen solchen Tag besonders wichtig, denn er bestärkt Menschen darin, man selbst zu sein. Das ist für viele nicht immer einfach. Daher war ich froh zu erfahren, dass AFS mit dem be.queer-Netzwerk sich dafür einsetzt, dass sich alle Mitarbeitenden unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder anderen Merkmalen sicher und respektiert fühlen.

Was ist für Dich das Besondere an dem Netzwerk AFS United be.queer?

Daniela:

Zum einen ist es besonders, dass solch ein Netzwerk überhaupt besteht. Ich hatte zuvor noch nie in einem Unternehmen gearbeitet, welches sich so aktiv für LGTBIQ+ Mitarbeitende eingesetzt hat. Mein ganzes Leben lang hatte ich mit Vorurteilen zu kämpfen, und ich weiß, dass es vielen aus der LGTBIQ+ Community sehr ähnlich geht. Doch hier bei AFS habe ich das erste Mal in meinem Arbeitsumfeld das Gefühl, dass ich so sein kann wie ich bin, ohne verurteilt zu werden. Ich werde als Mensch behandelt, und dabei ist es unbedeutsam, wie ich mich sexuell orientiere. Und genau dafür setzt sich AFS United be.queer ein. Sei es, indem sie durch Vorträge oder Veranstaltungen auf die Bedeutsamkeit von Vielfalt aufmerksam machen oder einen sicheren Ort bieten, an dem Mitglieder der LGTBIQ+ Community aus der ganzen Welt zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen können. AFS schafft dadurch eine Kultur, in der Vielfalt und Chancengleichheit normal sind, und genau das hilft uns dabei schrittweise dem Ziel einer inklusiveren Welt näher zu kommen.   

Welche Veränderungen würdest du gerne bei AFS weiter vorantreiben?

Daniela:

Das Netzwerk AFS United be.queer setzt bereits vieles in Bewegung, um ein sicheres und inklusives Arbeitsumfeld bei AFS zu gewährleisten. Allerdings wäre mir wichtig, dass wir als LGTBIQ+ Mitarbeitende auch im internationalen Kontext zusammenfinden, um Erfahrungen untereinander auszutauschen und gemeinsam Vielfalt auf allen Ebenen voranzutreiben.

Transvestitismus und Transgenderismus

Ein wesentliches Thema, das in dem Zusammenhang noch breiter diskutiert werden sollte, ist Transvestitismus und Transgenderismus. Diese beiden Gruppen gehen oftmals unter, und das, obwohl sie von Vorurteilen und Diskriminierung sehr stark betroffen sind. Besonders hier in Brasilien bekomme ich das immer wieder vor Augen geführt. Die Diskriminierung ist zum Teil so immens, dass die Menschen aufgrund von Depressionen und Misshandlungen nicht in der Lage sind, sich beruflich weiterzuentwickeln oder ein zufriedenes Leben zu führen. Hier sollten wir dringend daran arbeiten, unterschwellige oder offene Vorurteile zu überwinden. Alle sollten die Chance auf ein erfülltes und glückliches Leben haben. 

Was möchtest du anderen Mitarbeitenden der LGTBIQ+ Community mit auf den Weg geben?

Daniela:

Sei du selbst und sei vor allem stolz darauf.

Das ist der wichtigste Tipp, den ich allen mit auf den Weg geben möchte. Deine Interessen, deine Herkunft, deine sexuelle Orientierung – das sind alles Dinge, die deine Persönlichkeit ausmachen. Und das musst du nicht verstecken. Ich habe gelernt offen und transparent damit umzugehen, was mich ausmacht. Gerade im beruflichen Umfeld versuche ich den Menschen zu zeigen, dass meine sexuelle Orientierung meine beruflichen Fähigkeiten nicht einschränkt. Geht tolerant und respektvoll miteinander um. Wir sind alle verschieden, und genau das macht das Leben doch so schön bunt!

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