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Mobilität der Zukunft: Von Städten, Autos und der Lust aufs Teilen

Kay Dallmann
05.04.2022 | 4 min
Mobilität der Zukunft

Die Liste der Megatrends, die die Zukunft der Mobilität prägen werden, ist lang. Ob Sharing-Modelle, Mikromobilität oder intermodales Reisen – neue Lösungen und Geschäftsmodelle müssen her, um dem Verkehrsinfarkt in den Städten vorzubeugen. Und um Bewohnern ländlicher Räume klimafreundliche und verlässliche Alternativen zum privaten Pkw anbieten zu können.

„Die Zukunft der Mobilität – und wie Städte und Autos sich wandeln“

So lautet der Titel des Webinars, zu dem Arvato Financial Solutions im Februar 2022 einlud. Don Dahlmanns Ausblicke zur Mobilität der Zukunft ließen keinen Zweifel daran, dass der Druck zur Veränderung der Verkehrsparameter wächst. Verkehrsstaus kosteten deutsche Städte 2019 laut INRIX-Studie 2,8 Milliarden Euro. Auch für die Umwelt ist das Auto ein echtes Debakel: Nach dem Gang zu Fuß, der Fahrt mit Fahrrad, Bus und Bahn oder Taxi landet der Privatwagen in Sachen Nachhaltigkeit und Kosten auf dem letzten Platz. Was also muss und wird sich ändern?

Meine drei Key-Takeaways aus dem spannenden Austausch mit Don Dahlmann:

1: Mobilität der Zukunft: Jede Stadt benötigt passgenaue Mobilitätslösungen

Beispiel Berlin: Der Schlüssel für die Verkehrswende ist in Deutschlands Hauptstadt die Sharing-Economy, die Berlin seit einigen Jahren als Spielfeld für neue Ideen und deren Umsetzung nutzt. Rund 35 Prozent des Innenstadtbereichs werden derzeit abgedeckt von neun Carsharing-Unternehmen, fünf Sharing-Anbietern für E-Scooter, zwei Fahrdiensten und einem ÖPNV-Unternehmen, das Mitfahrgelegenheiten anbietet. Dahlmann: „Ziel der Mobilitätsverantwortlichen ist eine Stadt, in der Autoverkehr eine untergeordnete Rolle spielt. Für Berlin bedeutet das einen Infrastrukturwandel: weniger Platz für Autos, dafür mehr Platz für alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad.“

2: Mobilität der Zukunft: Die Verkehrswende nimmt weltweit Fahrt auf

EU-Vorreiter Paris verbannt bis 2024 Dieselautos und bis 2030 Benziner aus großen Teilen seiner Innenstadt. Bei der Umsetzung des Mobilitätswandels kommen verschiedene Strategien zum Einsatz, etwa die Abschaffung von 70.000 Parkplätzen. Eine weitere Idee ist die 15-Minuten-Stadt. Dahlmann: „Alle Grundbedürfnisse sollen innerhalb einer Viertelstunde zu Fuß oder mit dem Fahrrad von der Wohnung aus erfüllt werden können.“ Auch außerhalb Europas steht die Verkehrswende bevor: Im tansanischen Dar es Salaam wird für den Busschnellverkehr ein eigenes, über 130 Kilometer langes Straßennetz entstehen. 90 Prozent der Bewohner sollen so künftig ans Ziel kommen.

3: Mobilität der Zukunft: Eine hypermobile Welt braucht eine hypermobile Mobilität

Smartphones und das Internet haben unsere Sicht auf die Welt verändert. „Auch von unserer Mobilität erwarten wir jetzt größtmögliche Flexibilität“, sagt Dahlmann. Ein Trend, der sich neben intelligenten Verkehrslösungen wie dem autonomen Fahren abzeichnet: Menschen verabschieden sich von dem Wunsch, für längere Zeit ein Auto besitzen zu wollen. Stattdessen fordern sie passgenaue Mobilitätsservices, denen laut Dahlmann ein Boom bevorsteht: „Wir brauchen eine Mobilität, die uns in jeder Situation unterstützt, zum Beispiel eine intermodale Nutzung mit Abonnements der einzelnen Verkehrsmittel. Sie befähigt uns, per App jederzeit und an jedem Ort mobil zu sein – und zwar ohne ein eigenes Auto zu besitzen.“

 

Auf diesen Trend reagiert die Autoindustrie bereits. Schon heute verkauft Volvo zehn Prozent seiner Autos in einem Abo-Modell und steigert damit seinen Umsatz. Weitere Hersteller werden folgen. Zu Recht, zeigt eine aktuelle CAR-Studie: Auto-Abonnements verzeichnen ein hohes Wachstumspotenzial. Und sie schieben die Elektromobilität an. Wer bereits ein Auto-Abo hat, kann sich gut vorstellen, mit diesem Modell auch ein Elektroauto zu fahren: Für 93 Prozent ist laut Studie ein Wechsel denkbar.

Finanz-Transaktionen bringen den Wandel auf Touren

Ob Prepaid-Mobility-Pakete, die die unkomplizierte Nutzung verschiedener Verkehrsmittel weltweit ermöglichen, oder Abo-Modelle zum Autoteilen: Möglich werden die neuen Mobilitätsangebote durch komplexe Finanz-Transaktionsprozesse, die im Hintergrund ablaufen. Sharing-Mobility und multimodale Mobilität erfordern digitale Lösungen, die die größtmögliche Sicherheit privater Mobilitätsdaten gewährleisten und die Bedürfnisse ihrer Anbieter und Nutzer zu 100 Prozent erfüllen. Weil diese Bedürfnisse im Ökosystem Mobilität immer im Mittelpunkt stehen sollten – egal, ob es um die Wahl des Verkehrsmittels oder ums Parken, Laden oder Teilen an sich geht.

Finanz-Transaktionsprozesse sind also essenziell für die Verkehrswende. Dazu gehören flexible Abrechnungsmodelle, digitales Mahnwesen und Inkasso. Die Gebührenmodelle sind dabei so vielfältig wie die Portfolios der Mobilitätsanbieter. Beispielsweise können Sharing-Dienstleistungen pro Kilometer, Tag, Stunde oder Minute abgerechnet werden, die Preise je nach Tageszeit variieren und Nutzern nach jeder Fahrt oder gebündelt in Rechnung gestellt werden.

Skalierbare Technologieplattformen für zufriedene Kunden

Skalierbare Technologieplattformen sorgen dafür, dass diese Dienstleistungen zuverlässig und reibungslos zur Verfügung gestellt und genutzt werden können. Sie umfassen alle Prozesse – vom Kundenmanagement bis zu den Zahlungsforderungen. Digitale Bezahlsysteme bieten Shared-Mobility-Anbietern zudem die Chance, sämtliche Prozesse genau nachzuvollziehen. Und sie helfen dabei, Zahlungskosten wie beispielsweise Ausfallraten zu senken. Vor allem bei kleineren Beträgen gilt: Je besser Sharing-Anbieter diesen Prozess managen, desto effektiver wird er und desto besser ist die Nutzererfahrung.

Sie wollen noch mehr über die Zukunft der Mobilität erfahren? Eine Aufzeichnung des Webinars mit Don Dahlmann finden Sie hier:

Lassen Sie uns sprechen!
Kay Dallmann
Senior VP Accounting

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