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Mobilität auf dem Weg in Richtung Zukunft

Kay Dallmann
26.04.2020 | 4 minutes
Es passiert eine Menge im Mobilitätssektor

Wie wird die Verkehrswende zur Realität?

Experten sind sich einig: Der Verkehr in den Städten wie auf dem Land wird sich in den kommenden Jahren massiv verändern (müssen). Die zentrale Frage dabei lautet, wie das im Einzelnen aussehen kann. Welche Verkehrsmittel und Geschäftsmodelle (Direktverkauf, Subskription, Sharing) können dauerhaft bestehen? Werden sich wenige große Player flächendeckend durchsetzen? Oder bleibt der Markt so dynamisch und regional ausgerichtet wie bisher? Und – wie lässt sich die größte aller Hürden überwinden, nämlich die natürliche Bequemlichkeit der Menschen, damit die Verkehrswende Realität wird?

Mobility Futures

Dass es gelingen kann, zeigt etwa die Studie „Mobility Futures: 2030 Forecast“ von Kantar. Dem Marktforschungsinstitut zufolge wird der Wendepunkt in Sachen Verkehr in Großstädten im Jahr 2030 erreicht sein. Dann werden mehr Menschen auf das Fahrrad oder den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umsteigen oder schlicht zu Fuß gehen, als es Autofahrer geben wird. Genau das wird wohl auch bitter nötig sein. Denn vielen Städten droht der Verkehrskollaps. Auch im ländlichen Raum müssen funktionierende Alternativen zum privaten Auto her, wenn der Verkehr klimafreundlicher werden soll.

Das große Auto-Teilen

Doch bisher dominiert das Auto den Verkehr und damit auch die allermeisten Sharing-Modelle. Sie sollen auf dem Land wie in der Stadt dazu motivieren, den Privat-Pkw entweder stehen zu lassen oder zu teilen, um den Verkehrskollaps in den Innenstädten zu lindern und die Umwelt zu entlasten.

Neue Player

Der Sharing-Markt ist hart umkämpft, das Angebot riesig und äußerst schnelllebig. Die Bandbreite reicht hier vom kleinen, lokalen Carsharing-Startup bis hin zu großen Anbietern, die von Autoherstellern getragen werden, oder Mobilitätsplattformen, angefangen bei Uber bis hin zu lokalen Angeboten wie dem Hamburger Sammeltaxi-Projekt Moia. Wie viel Dynamik darin steckt, zeigt etwa das Beispiel von „Share now“: Die Carsharing-Kooperation von BMW und Daimler ist ein so genanntes Free-Floating-Modell, das ohne feste Stationen für seine Autos auskommt. Erst vor einem Jahr in zehn europäischen Ländern gestartet, zieht sich „Share now“ schon wieder aus einem Drittel seiner Standorte zurück. Die Lücken werden stattdessen von lokalen Angeboten gefüllt.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Plattform „Eco Fleet Services“, eine Kooperation der Stadt Heidelberg, der Hochschule Esslingen und der Universität Hohenheim unter Leitung des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Hier wird ab diesem Jahr in Heidelberg erprobt, wie betriebliche Mobilität – also Firmenfahrzeuge in Kombination mit externen Carsharing-Anbietern und dem ÖPNV – effizient genutzt und nachhaltig betrieben werden kann.

Mikromobilität auf dem Vormarsch

Trotz der Dominanz des Autos kommen die Alternativen langsam aus ihrer Nische.

Neue Möglichkeiten

Leihfahrräder gibt es längst zuhauf. Im Sommer 2019 gesellten sich in ausgewählten europäischen Metropolen die ersten E-Scooter und elektrische Leichtfahrzeuge wie Vespas oder Mopeds dazu. Zwar werden Scooter und Co. die Mobilitätswende nicht alleine wuppen können. Doch sie haben das Potenzial, zu einem wichtigen Baustein einer neuen elektrischen Mobilität zu werden. Gerade auch in kleineren Städten oder Wohngebieten als Teil der Reisekette, zum Beispiel zum nächsten Bahnhof.

Wie Städte und Gemeinden die Mobilität steuern könn(t)en

Die Verkehrswende liegt nicht alleine in der Hand der Anbieter. Vor allem die Politik ist gefragt. Städte und Gemeinden müssen das Thema in die Hand nehmen, um Verkehr und Umweltbelastungen zu reduzieren. Auch müssen die Lücken gefüllt werden, die der ÖPNV abseits der Innenstädte lässt. Das klappt nur mit gut durchdachten, auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmten Verkehrskonzepten.

Dreh- und Angelpunkt: Attraktive Alternativen zum Privat-Pkw schaffen, die auch angenommen werden.

Vorreiter ist hier die Stadt Freiburg. Über eine zentrale App werden alle Mobilitätsangebote gebündelt, die die Stadt zu bieten hat – Carsharing, Fahrpläne des ÖPNV, Fahrradverleihe und Fahrradparkhäuser inklusive. Der hessische Rhein-Main-Verkehrsverbund führte vor kurzem ein kostengünstiges Jahresticket für Senioren ein, Luxemburg machte den Nahverkehr gleich für alle kostenlos. Möglichkeiten gibt es viele.

Make complex easy

Was als gutes Motto für Mobilitätsangebote durchginge, gilt auch für die dahinter liegenden Finanz-Transaktionsprozesse, inklusive flexibler Abrechnungsmodelle, Mahnwesen und Inkasso. Die Gebührenmodelle der Anbieter dürften ähnlich vielseitig sein wie ihre Angebote. So können Sharing-Dienste pro Kilometer, Tag, Stunde oder Minute abrechnen, die Preise je nach Tageszeit variieren und den Nutzern pro Fahrt oder gebündelt in Rechnung stellen. Auch hier stellt sich die Frage, wie das Ganze konsolidiert werden kann, um Nutzern das Leben leicht zu machen. Die schwedische Mobilitäts-App UbiGo zeigt, wie es gehen kann. Sie bündelt die Gebühren für verschiedene Verkehrsmittel in einer Rechnung. Auch Arvato Financial Solutions hat mit den Mobility Clearing Services eine umfassende Lösung für Subscription und Order2Cash im Angebot, die sich gut für Sharing-Modelle eignet. Es gilt, den Sharing-Markt genau im Blick zu behalten.

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Quellen:

Kantar: Mobility Futures, 2030 Forecast

Fraunhofer Blog: Mobilitätsmarkt der Zukunft 

Freiburger Verkehrs AG

Gründerszene: Sharing geht auch profitabel 

Fraunhofer Blog: Zwischenfazit zu E-Scootern in deutschen Innenstädten

Zeit Online: Wie die Verkehrswende auf dem Land gelingt

stern.de: Gekommen, um zu bleiben - 2020 rollt die zweite E-Scooter-Welle an

Unsere Mobilitäts-Experten

Haben Sie Fragen zum Thema?
Kay Dallmann
Senior VP Accounting

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