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Sharing is caring – wie Unternehmen vom großen Trend des Teilens profitieren können

Rolf Hellermann
11.12.2019 | 3 minutes
Sharing-Dienste sind im Trend!

Ökonomie des Teiles

Neu ist die Ökonomie des Teilens jedoch nicht. Schließlich sind Bibliotheken, Autovermietungen oder Modeleihservices längst etabliert und beliebt. Neu sind aber die technischen Möglichkeiten.

Technische Innovationen

Über den belastbaren 5G-Mobilfunkstandard werden sich künftig noch größere Datenmengen in noch kürzerer Zeit bewegen lassen, das Internet of Things vernetzt physische und virtuelle Gegenstände, Data Science und Artificial Intelligence ermöglichen durch die smarte Verknüpfung von Daten die Entwicklung personalisierter Angebote. Nie war es folglich so leicht, Anbieter und Nachfrager so schnell, intuitiv und sicher zusammenzubringen. Und die Auswahl von teilbaren Waren und Dienstleistungen wächst stetig: von Autos, Fahrrädern, Wohnflächen, Kleidung über Werkzeuge und Maschinen bis hin zu Pflanzen.

Teilen ist die Basis neuer Geschäftszweige

In meinen Augen sind damit immense Chancen für Unternehmen verknüpft. Das bestätigen auch Zahlen des Wirtschaftsmagazins Forbes: Machte die Sharing Economy im Jahr 2014 noch 15 Milliarden US-Dollar aus, soll diese im Jahr 2025 auf 335 Milliarden US-Dollar anwachsen. In China, dem Vorreiterland des Sharings, könnte die Sharing Economy im kommenden Jahr bereits 10 % des Bruttoinlandsproduktes ausmachen.

Da insbesondere jüngere Menschen das Teilen verinnerlicht haben und oft keine klassischen Kauf- oder Buchungsmöglichkeiten mehr nutzen, gehe ich davon aus, dass sich die Sharing Economy langfristig durchsetzen und unser Wirtschaftssystem nachhaltig verändern wird.

Folglich sollte sich jedes Unternehmen – unabhängig von der Branche – überlegen, ob sich seine Produkte oder Dienstleistungen im Rahmen neuer Geschäftsmodelle teilen lassen. Ein prägnantes Beispiel liefern die Autohersteller BMW und Daimler, die neben dem Verkauf von Autos eine Plattform zum Carsharing ins Leben gerufen haben. Das Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen Tchibo verleiht Baby- und Kinderkleidung, Möbelgigant Ikea testet die Vermietung von Möbeln in der Schweiz. Der Kreativität, wie Produkte des eigenen Unternehmens geteilt werden können, sind also kaum Grenzen gesetzt.

Auf die richtigen Prozesse kommt es an

Aber eine gute Idee allein reicht nicht aus. Es kommt auch darauf an, dass die gesamten Prozesse im Unternehmen auf die neuen Möglichkeiten der Sharing Economy ausgerichtet werden. Ein Beispiel: Viele der teilbaren Waren und Dienstleistungen werden über Plattformen angeboten und in Anspruch genommen, bevor eine Zahlung erfolgt.

Genauigkeit ist wichtig!

Folglich ist es elementar, Nutzer treffgenau zu identifizieren und Zahlungsrisiken einzuschätzen. Diese Punkte müssen zuverlässig, schnell und ohne Aufwand für die Nutzer vonstattengehen, da Convenience bei Verbrauchern ganz oben auf der Agenda steht und ein Bruch in der Customer Journey schnell zum Kaufabbruch führen kann. Gleiches gilt auch bei der Zahlungsabwicklung, die stets die neuesten Methoden beinhalten sollte, um die Conversion Rate zu erhöhen. Optional sollten Anbieter Abonnement-Modelle in Betracht ziehen. Diese bieten planbares Einkommen für Unternehmen und sind bequem für Konsumenten.

Auch das Mahnwesen und Inkasso sollten an die neuen Entwicklungen angepasst werden: 20 % aller Zahlungen sind heutzutage verspätet – die Nutzung moderner Kommunikationsmedien, die individuelle Ansprache der Verbraucher und die Einbindung vielfältiger Zahlarten sichern in diesen Fällen eine schnelle Realisierung der Forderungen und den Erhalt der Kundenbeziehung. Für Unternehmen sind dies zentrale Faktoren, die dafür sorgen, dass ihre neu entwickelten Sharing-Dienste nicht nur den Zuspruch der Verbraucher erfahren, sondern sich auch wirtschaftlich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken. Bei der rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit ist aber auch klar: Wer die Trends von Morgen und die neuesten technischen Möglichkeiten nicht stets im Blick behält und seine Angebote nicht durchgängig optimiert, landet schnell auf dem Abstellgleis. Das sollte Motivation genug für Unternehmen sein, immer am Puls der Zeit zu bleiben.

Rolf Hellermann
CFO, Bertelsmann SE & Co. KGaA

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