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21.09.2021

Mieten und Teilen statt Kaufen und Besitzen

Baden-Baden, 21. September 2021 – „Das Auto ist auf dem besten Weg, Bestandteil einer nachhaltigen Mobilitäts-Infrastruktur zu werden.“ Zu dieser Einschätzung kommt Kay Dallmann, Experte für Sharing-Modelle bei Arvato Financial Solutions, einem der Marktführer im Finanzdienstleistungssektor, als Resümee der IAA Mobility. „Angesichts der Veränderungen im Verhalten der Konsumenten legen Hersteller nicht nur Wert auf neue Antriebe, sondern sie rücken zunehmend auch die Themen Konnektivität, Abo, Sharing und Peer-to-Peer-Vernetzung in den Fokus“, so Dallmann. Einige Autokonzerne seien dabei bereits auf der richtigen Spur – das Tempo der Transition müsse aber noch einmal deutlich gesteigert werden, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Hersteller.

Alle Wege fast ausschließlich mit dem eignen Auto zurücklegen? Das war einmal. Das hat offenbar auch die Automobilindustrie erkannt. Auf der neu ausgerichteten Branchenmesse IAA waren in diesem Jahr erstmals auch in großem Stil die Hersteller von Fahrrädern oder E-Scootern und stärker als bislang auch die Anbieter von Sharing-Modellen vertreten. Kay Dallmann hält das für einen Schritt in die richtige Richtung. „Die Mobilität steht vor einem grundlegenden Wandel. ‚Teilen statt Besitzen‘ ist ein Megatrend, der in Zukunft weiter zunehmen muss, wenn wir Konsum nachhaltiger gestalten wollen“, sagt der Experte. Arvato Financial Solutions stellt diesen Trend bereits seit längerem fest – anhand des Zahlverhaltens der Konsumenten, ihrer Zahlgewohnheiten sowie einer Analyse, wofür sie ihr Geld ausgeben. Dallmann sieht für das steigende Interesse am Sharing zwei wesentliche Treiber: Zum einen hätte unsere Gesellschaft erkannt, dass im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung die Nutzung und der Besitz von Gütern künftig in einem besseren Verhältnis stehen müssten. Zum anderen fördere die Digitalisierung mit neuen Technologien den Zugang zu geteilten Gütern und schaffe Vertrauen in Verfügbarkeit und Planbarkeit. Das klassische Eigentum verliere daher an Bedeutung – Dienstleistungen, die auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten und unkompliziert nutzbar seien, würden hingegen immer bedeutender.

Sharing und Abo-Modelle als neue Chancen für die Autobranche

Dallmann geht nicht davon aus, dass sich die Autobranche durch neue Mobilitätsangebote selbst kannibalisiert. Aus seiner Sicht bieten diese eher Vorteile und könnten fester Bestandteil der Mobilitätsinfrastruktur werden. „In Ländern, in denen Besitz noch ein Zeichen des sozialen Status ist, wird der klassische Fahrzeugverkauf natürlich weiterhin funktionieren. Beispiele aus China und Indien zeigen aber heute schon, dass Sharing- und Abo-Modelle den Autokonzernen die Möglichkeit bieten, ihren Produkten einen festen Platz im modernen Mobilitätsmix zu sichern“, so Dallmann. „Ein Abo-Modell oder Car-Sharing-Angebot ist für die Automobilhersteller eine Ergänzung im Lebenszyklus-Management, welche die Interaktion mit dem Kunden und die Schaffung einer loyalen Nutzergemeinschaft ermöglicht.“

Automobilhersteller müssen Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt stellen

Wichtig dabei ist laut Dallmann, alle Prozesse vom Endkunden her zu denken. „Je intuitiver und einfacher der Zugang und die Nutzung sind, desto höher sind die Akzeptanz und die Bereitschaft des Kunden, seine Daten im Sinne der stetigen Angebotsoptimierung zu teilen“, erklärt Dallmann. Seiner Einschätzung nach werden sich Abo-Modelle und Car-Sharing-Angebote in Deutschland durchsetzen, wenn es die Unternehmen schaffen, die Prozesse so einfach und günstig wie möglich zu gestalten und den Handel zu involvieren, sodass es auch genügend Stützpunkte und Reichweite gibt. Dabei müssten sie Kollateralthemen wie Abrechnungen, Versicherungen, Nachweispflichten, Wartungen oder Gewährleistungen strukturiert und hochgradig automatisiert verarbeitet werden, um die Friktion für den Kunden gering zu halten. Und das ist laut Dallmann nicht so trivial, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht. „Es ist ein ganz anderes Modell der Kundeninteraktion, wenn man drei Rechnungen mit hohen Beträgen im Monat schreibt oder 1.000 Rechnungen mit einem Wert von je 1,50 Euro. Das sind unterschiedliche Welten“, berichtet der Experte.

Autokonzerne seien deshalb gut beraten, sich in diesen Fragen von einem erfahrenen Partner unterstützen zu lassen – auch weil durch die Elektromobilität ein weiterer Komplexitätsfaktor hinsichtlich Verfügbarkeit, Reichweite, Abrechnung und Lebenszyklusmanagement hinzukomme. „Wir sehen jetzt, dass Auto- und Ladeinfrastruktur gemeinsam entwickelt werden müssen und die klassische Dritt-Vermarktung neu gedacht werden sollte“, so Dallmann. Genau hier setzt beispielsweise Arvato Financial Solutions mit dem System AQOUNT Subscription an: Als Backend-Provider unterstützt Arvato Financial Solutions Sharing-Unternehmen im Hintergrund mit Plattformen, welche die ganze Prozesskette abdecken und die Abrechnung unterschiedlicher Services kombinieren – von der Risikoüberprüfung über die Abrechnung bis hin zur Beitreibung.

Neue Geschäftsmodelle für Autohersteller - Vielfalt statt Einheitslösung

Nach Einschätzung Dallmanns werden künftig diejenigen Autohersteller am erfolgreichsten sein, die es schaffen, Geschäftsmodelle parallel zu fahren, um den Markenkern neu zu denken. „Im Grund geht es um die folgende Frage:  Wie können Hersteller den direkten Verkauf, Leasing, Abo-Modelle und Car-Sharing im Zusammenspiel ermöglichen und dabei den Kunden und den Handel für sich begeistern? Auf der IAA Mobility hat eine neue spannende Reise auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft begonnen – aber sie ist noch lange nicht zu Ende.“

 

Über Arvato Financial Solutions

Arvato Financial Solutions bietet professionelle Finanzdienstleistungen sowohl für international agierende als auch für renommierte lokale Unternehmen, damit diese ihr Credit Management einem Spezialisten überlassen und sich selbst stärker auf ihr Kerngeschäft fokussieren können.
Die angebotenen Dienstleistungen rund um Zahlungsströme betreffen alle Phasen des Kundenlebenszyklus: vom Kreditrisikomanagement über Payment-, Factoring- und Accounting-Lösungen bis hin zum Forderungsmanagement.
Das Team von Arvato Financial Solutions besteht aus rund 7.000 Experten in 15 Ländern, die ein Ziel vereint: reibungsloses und effizientes Credit Management für das bestmögliche finanzielle Ergebnis unserer Kunden.

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