header-logo-white logo primary header-logo-white
search icon search icon

Maskenpflicht im ÖPNV: Kontrollen sind wichtig für den Schutz der Fahrgäste - trotz Mehraufwand

Selten war die soziale Verantwortung für jeden von uns so groß, vor allem aber so gut sichtbar wie zurzeit. Gemeint ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Egal ob beim Einkaufen oder im ÖPNV – die Maske soll uns alle vor der Ansteckung mit dem grassierenden Corona-Virus schützen. Trotz rückläufiger Zahlen und Lockerungen Dennoch sind sich einige ihrer Verantwortung nicht bewusst – und werden beim Verstoß zur Kasse gebeten.

blog-image

Unter der Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen und Ein-schränkungen hat jede und jeder zu leiden. Alle Bereiche unseres Lebens sind betroffen und stark reglementiert – so auch der Aufenthalt in öffentlichen Räumen und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dort ist das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske Pflicht. Einige Verkehrsverbünde ha-ben die Maskenpflicht in ihre Beförderungsbedingungen aufgenommen. Dadurch sind sie in der Lage, mittels des Hausrechts, Verstöße mit einem Bußgeld zu belegen und „Masken-Verweigerer“ der Busse und Bahnen zu verweisen.

 

Mehrarbeit für Verkehrsunternehmen und Prüfende

Da vor allem die Prüfenden das Tragen einer Maske kontrollieren und notfalls ahnden sollen, stehen hier die Mitarbeitenden vor einer großen Herausforderung. Wie gehen Prüfdienste damit um, wenn ein Fahrgast zwar eine Maske trägt, diese aber nicht korrekt sitzt? Gilt es als Verweigerung, wenn ein Reisender alleine am Bahngleis steht und keinen Mund-Nasen-Schutz aufhat?

Bei diesen Fahrgästen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Schulungen des Personals können einen großen Beitrag dazu leisten, dass sich die Prüfenden und Reisenden sicherer fühlen. Trotzdem geben diese Unabwägbarkeiten und Graubereiche Anlass dazu, sich über etwaige Bußgeldbescheide zu beschwe-ren – sehr zu Lasten der Verkehrsunternehmen. Die Zahlungsmoral im Ver-gleich zum Erhöhten Beförderungsentgelt (EBE), also dem Bußgeld für das Erschleichen der Beförderung, ist zwar höher. Dennoch landet rund jeder zwei-te Fall eines „Masken-Verweigerers“ (54,6 Prozent) im Inkassoverfahren. Über ein Prozent enden gar in einem gerichtlichen Verfahren.

 

Wer verweigert den Mund-Nasen-Schutz?

Trotz der großen gesellschaftlichen Verantwortung, der man problemlos und kostengünstig nachkommen kann, verweigern immer wieder Fahrgäste den Mund-Nasen-Schutz. Da kommt die Frage auf: Wer trägt warum keine Maske?
Finanzielle Gründe spielen hier eine untergeordnete Rolle. Viel mehr liegt dem Nichttragen einer Maske ein Protestgedanke oder eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ zugrunde. Die Tatsache, dass bei rund jedem zehnten „Masken-Verweigerer“ (11,1 Prozent) die Polizei zur Feststellung der Personalien anrü-cken muss, unterstreicht die Uneinsichtigkeit der Fahrgäste.

Das legt nahe, dass sich die Fahrgäste bewusst gegen das Aufsetzen eines Mund-Nasen-Schutzes entscheiden. Säumige Fahrgäste aber eher aus einer finanziellen Notsituation heraus kein Ticket kaufen (können).

Interessant: Jugendliche zeichnen sich für 37,3 Prozent der EBE-Fälle verant-wortlich und für ein Drittel der „Masken-Verweigerer“. Dagegen lassen sich rund sieben Prozent der Bußgelder für das Nichttragen einer Maske auf Über-60-Jährige zurückführen (3,7 Prozent beim EBE). Das bedeutet, dass das Verwei-gern einer Maske demografisch ausgewogener verteilt ist.

 

Eine angepasste Prüfstrategie ermöglicht effizienteres Arbeiten

Der ÖPNV wurde vielerorts als potentieller Ansteckungsherd mit COVID-19 gesehen und verpflichtet auch deshalb seine Kunden zum Tragen einer Maske. Eine gewisse Skepsis, sich wieder in Busse und Bahnen zu setzen, ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Das belegt eine Studie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt. Die mediale Berichterstattung über „Masken-Verweigerer“ und Aus-einandersetzungen mit dem Personal könnten die Sorgen der Reisenden zu-dem zementiert haben. Damit sich Fahrgäste wieder sicherer fühlen und die Gesellschaft geschützt werden kann, muss die Prüfstrategie angepasst wer-den. Während säumige Fahrgäste vor allem morgens und mittags (65,5 Prozent zwischen sechs und 18 Uhr) unterwegs sind, tummeln sich die „Masken-Verweigerer“ eher ab 18 Uhr (rund 51 Prozent der Fälle) in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dementsprechend sind es eher die Freizeitfahrer als die Pend-ler, die die Maske verweigern. Prüfdienste kontrollieren allerdings mehrheitlich morgens und am Mittag.


Um das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit des ÖPNV wiederherzu-stellen und der Pandemie Einhalt zu gebieten, würde es Sinn machen, verstärkt am Nachmittag und Abend zu prüfen.
Letztendlich würde das auch dazu führen, dass die Verkehrsunternehmen wie-der mehr Fahrgäste in ihren Bahnen und Bussen begrüßen können.

Optimieren Sie Ihre Prozesse mit Paigo

Um die Verkehrsunternehmen bestmöglich zu unterstützen, kann das Business Intelligence Tool (BI) von Paigo gute Dienste leisten. Aus den Daten zu Ver-stößen gegen die Maskenpflicht, die mit dem BI-Tool erhoben werden, lassen sich wichtige Rückschlüsse ziehen – beispielsweise darauf, zu welchen Uhrzei-ten und Wochentagen die Verstöße gegen die Maskenpflicht besonders häufig vorkommen. Das erleichtert die Arbeit der Prüfdienste enorm. So lassen sich die Einsätze besser planen. Zudem unterstützt die modulare End2End-Mobility-Lösung von Paigo den ÖPNV in allen Prozessen: Vom Masken- und Ticket-check bis zum Forderungsmanagement kann Paigo Ihre Mitarbeiter entlasten, Zahlungsausfälle minimieren und für noch zufriedenere Kunden sorgen. Infor-mieren Sie sich jetzt!

Related content