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Quick Commerce: Revolution der Shoppingwelt?

Sebastian Ehrke
04.04.2022 | 4 min

Warum liegt der qCommerce derzeit so im Trend?   

Die Pandemie hat unser Einkaufsverhalten verändert. Immer mehr Menschen kaufen über das Internet ein – jeder siebte Euro im Einzelhandel wird inzwischen online ausgegeben. (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh): Jahresversammlung. 26.01.2022.) Unter den Onlineshoppern ist aber auch der Anteil derer gestiegen, die sich eine möglichst schnelle Lieferung wünschen. Denn Angebote wie Amazon Prime haben unsere Erwartungen verändert, was die Lieferzeiten betrifft. Mit der Kombination aus radikal verkürzter Customer Journey und maximaler Kundenorientierung trifft der qCommerce also genau den Nerv der Zeit. Dem Thema Bequemlichkeit ist sicherlich auch eine große Gewichtung zuzutragen, der sogenannte Spontaneinkauf für das Abendessen oder die Cola zwischendurch. 

 

Was genau ist da bei den Konsumenten passiert? 

Nach und nach hat sich bei den Menschen das Gefühl eingestellt, dass eine Lieferzeit von 3 bis 4 Werktagen nicht mehr akzeptabel ist. Mit dem Premiumversand im Rahmen von Prime hat Amazon sozusagen den Anspruch zementiert, dass heute bestellte Produkte schon morgen an der Haustür sein müssen. Die Konsumenten haben sich an eine schnelle Lieferung gewöhnt – und erwarten das nun auch von anderen Einzelhändlern. Auch mit der Same-Day-Delivery hat Amazon einen Meilenstein gesetzt. Für Artikel des täglichen Bedarfs, die per App bestellt werden, funktioniert das in Großstädten mittlerweile innerhalb weniger Minuten. Und dieses Phänomen überträgt sich gerade auch auf andere Segmente.  

In welche neuen Bereiche dringt der qCommerce vor? 

Beauty- und Technikbedarf sind aktuelle Beispiele. In Hamburg etwa kooperiert die Kosmetikkette Douglas testweise mit dem Schnelllieferdienst Gorillas, um Beautyprodukte an Kunden auszuliefern. Und in Singapur und Thailand können sich Nutzer der Online-Lieferplattform Foodpanda innerhalb von 30 Minuten mit Geräten und Zubehör des Smartphoneherstellers Xiaomi beliefern lassen. Essenslieferdienst Wolt bringt Apothekenprodukte in München. Bestellt werden kann rund um die Uhr, zwischen 9 und 18.30 Uhr werden die Aufträge bearbeitet. Innerhalb von 30 bis 45 Minuten wird geliefert. Und das ist sicherlich erst der Anfang.

Eine schnelle Lieferung ist also gefragt. Welchen Anbietern gelingt das aktuell – dem qCommerce entsprechend – innerhalb von 10 bis 60 Minuten?   

Das sind bislang vor allem risikokapitalgestützte Start-ups, die aus dem eFood-Bereich kommen. Etwa das in Deutschland ansässige Unternehmen Gorillas, das mit seinem Markteintritt 2020 rund 290 Millionen US-Dollar einsammeln konnte. Auch Flink ist hier zu nennen – ein Anbieter, der den Markt ein Jahr später betreten hat und zuletzt im Dezember 2021 neues Kapital in Höhe von 750 Millionen Dollar für eine weitere Expansion erhalten hat. Oder der türkische Lebensmittel-Lieferdienst Getir, der seit vergangenem Jahr in Deutschland aktiv ist und sich beweisen muss.  

 

Welche Faktoren sind wichtig, um erfolgreich auf diesem Markt zu agieren? 

Ein breites Sortiment, ein gut aufeinander abgestimmtes Logistik-, Lager- und Lieferkonzept sowie reibungslose Finanzprozesse. Schließlich kann sich das beste Geschäftsmodell nur dann auszahlen, wenn der Geldzufluss stimmt. Deshalb sollten Händler ihr Paymentangebot unter die Lupe nehmen und kritisch hinterfragen. Ist für Konsumenten ihre Lieblingszahlart verfügbar – etwa ein „Buy now, pay later“-Angebot? Welche Kosten fallen je nach Zahlart an? Ist vielleicht ein Payment in der Abwicklung günstiger als ein anderes? Und welche Lösung gibt es für Micropayments, also die für den qCommerce typischen vielen kleinen Rechnungsbeträge, die aber sehr teuer in der Abrechnung sein können? 

Welche weiteren Stellschrauben können Händlern die Zahlungsabwicklung im Hintergrund erleichtern? 

Bei Gütern mit Kleinstbeträgen stellt die Wirtschaftlichkeit der Bezahlung ein zentrales Problem dar. Das ist im qCommerce der Fall. Denn die Kosten für die Zahlungsabwicklung übersteigen oft die Marge. Hier ist die Monatsrechnung beispielsweise eine sinnvolle Lösung. Sie fasst kleine Einkäufe in einer einzigen Rechnung zusammen. In der konsolidierten Form wird sie dann wie jede normale Rechnung behandelt, mit einer Zahlungsfrist von 14 Tagen und so weiter. Generell gilt, dass die Abwicklung einfacher wird, wenn alle wesentlichen Schritte der Order-to-Cash-Kette möglichst automatisiert bearbeitet werden, also zum Beispiel Rechnungsstellungen, Zahlungen und Buchhaltung. So kann die Leistungsgrenze der Händler mitwachsen – sie sind gut vorbereitet für schnelles Wachstum. 

Vom qCommerce profitieren 

Welche Chancen bietet der qCommerce? Unser Business Insight liefert Ihnen einen Überblick über Marktentwicklung und Wachstumspotenzial, Wettbewerber und Konsumenten sowie Erfolgskriterien für Onlinehändler. 

Lassen Sie uns sprechen!
Sebastian Ehrke
Director Ecosystem Growth

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